Besuch im AKW Temelin (CZ) im September 2012

Beitrag teilen
Email this to someone
email
Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter

Besuch im AKW Temelin (CZ) im September 2012

Am 22. September 2012 besuchten Petra Filbeck und ich auf Einladung des Grünen Kreisverbandes Fichtelgebirge das AKW Temelin. Bezeichnend, dass das AKW erst kurz vorher wegen einem Störfall wieder hochgefahren werden konnte, was uns wohl einen sonst möglichen Eintritt in das Innere des Reaktors kostete. So durften wir uns immerhin einen schrecklichen Propagandafilm der Betreiberfirma CEZ anschauen, den Simulator für die Operatoren betrachten und den Maschinenraum von Reaktor 1 betreten. Dies unter faktisch persönlicher Bewachung durch tschechische Sicherheitsleute.

Anschließend stand eine sehr ernüchternde Diskussion zwischen den angereisten Atomkraftgegnern aus Deutschland und Tschechien, der Chefin des tschechischen Amtes für nukleare Sicherheit Dana Drabova und Vertretern von CEZ statt. Die gegenseitigen Argumente waren natürlich beiden Seiten bekannt. Die Pro- Atom- Seite hält die Atomkraft für die sicherste und günstigste Energiequelle, welche die Menschheit nutzen kann. Schließlich kam es bisher zu kaum Toten und Verletzten durch Unfälle. Sollte es tatsächlich zu einem Unfall in Temelin kommen, dann wird man die umliegenden Anwohner evakuieren und alles sei wieder bestens.

Die Tatsache, dass z. B. in Fukushima 90 % der ausgetretenen nuklearen Stoffe über dem Ozean heruntergingen, dennoch weite Teile des Landes für tausende von Jahren kontaminiert sind, die Folgen des Unfalls noch gar nicht absehbar sind und beinahe Tokio hätte evakuiert werden müssen, bleibt umbeachtet. Genauso die völlig falsche betriebswirschaftliche Ausrichtung von CEZ bei einem Ausbau von Temelin. 40 % der tschechischen Stromversorgung käme dann aus Temelin, was bei einer Abschaltung (z. B. durch mangelndes Kühlwasser in heißen Sommern) zu einem blackout in Tschechien führen würde.

Mehr dazu auch hier: https://www.gruene-fichtelgebirge.de/

Ludwig Simek (27. September 2012)