Kategorie: Stromtrassen

Alles zum Thema Stromtransport, Netzausbau und Stromtrassen

Warum sind wir gegen die Gleichstrompassagen von Norddeutschland nach Bayern. Gründe sind hier:

  • HGÜ hat wenig mit der Energiewende zu tun – aber auch wenig mit 8760 h – Versorgungssicherheit; Speicher sind trotzdem notwendig!
  • die Basisdaten/Annahmen f. die Simulationen sind nicht bekannt – vor 3? Jahren brauchte es noch keine Südost-link HGÜ
  • es ist eine Möglichkeit f. Tenent u. Investoren eine sichere Rendite (staatlich garantiert!) einzufahren 
  • Zementierung der Monopole  (Braunkohle, Atom auch außerhalb D) u. fehlgeleitete Investitionen
  • die zerstörte Fläche eines Braunkohle-Tagebaugebietes (ca. 25 qkm)
  • Wert- / Nutzungsminderung der betroffenen Grundstücke / Umgebung
  • Schnürt der Lokalen Bürgerenergiewende die Wirtschaftlichkeit ab
  • Versorgungssicherheit nicht verbessert (Jahres – h) >> Zusatzinvestitionen wegen n-1 Regel nötig
  • Zusatzkosten f. die Bürger !   (evtl. von ca. … pro kWh ?) – war da nicht mal was von 0,5 ct / kWh?**

CSU Steinsberg und die Stromtrassen

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Schuss ging nach hinten los.

Am 2. November lud die örtliche CSU in Steinsberg, Gemeinde Regenstauf zu einer Informationsveranstaltung zur geplanten Gleichstromtrassen der TENNET ein.

Der Ort Steinsberg ist von einem möglichen Korridor betroffen.

Auf dem Podium befanden sich um 18:00 Uhr neben drei Mitarbeitern der Tennet (Dr. Andeas Schieder, Carolin Kürth, René Queren) MdB Peter Aumer, CSU und rgermeister Siegfried Böhringer, SPD, sowie der für die einladende CSU verantwortliche Herr Maximilian Eigl.

Schon zu Beginn der Veranstaltung war Unmut bei den rund 120 anwesenden rgerinnen und Bürger zu vernehmen. So meldete sich eine Dame, weshalb man zu so einem wichtigen Thema, wie diesem Großprojekt-Stromtrasse, die den Ort kreuze, keine Einladung im den Briefkasten bekommen habe?

Der Termin war lt. Maximilian Eigl so kurzfristig, dass dieser nicht mehr im Mitteilungsblatt veröffentlicht werden konnte. rgermeister Böhringer betonte, es wären ja die Karten zum Trassenverlauf auch auf der letzten Bürgerversammlung gezeigt worden.

Das Projekt wird von Tennet vorgestellt

Schon während der Vorträge der drei Tennet-Vertreter kam es immer wieder zu Fragen bei denen der Unmut vieler Bürger mit zu Ausdruck gebracht wurde.

Peter Aumer monierte, dass es in Brennberg, das ebenfalls von einer Trassenvariante betroffen ist, vier Wochen zuvor eine Veranstaltung gab, bei der sich keine Gelegenheit für die Tennet bot, ihre Argumente vorzutragen.

Man wollte sich damit offensichtlich den dortigen Trassenverlauf entgegenstellen, was durch die dortige Bürgermeistern und Gemeinde offenkundig vertreten würde.

Aumer plädiert für die Stromtrasse:

Aumer meldete sich wiederholt zu Wort, dass ihm noch niemand ein Konzept vorgelegt hätte, wie sich Regensburg vollständig mit regionaler erneuerbarer Energie versorgen sollte.

Auch die Berechnungen des Nürnberger Energieversorgers N-ERGIE, dass es für diese Leitung keine Bedarf für die Region gebe, wollte er nicht gelten lassen.

Aumer, der in seiner Wartezeit zwischen seinem ersten Bundestagsmandat, von 2009 bis 2013 und nach der verlorenen Landratswahl, bei der e.On-Tocher Bayernwerk tätig war, sprach von seiner Verantwortung für die Region mit seinem neuen Bundestagsmandat, für die 300.000 Bürger hier.

Der Strom muss von Norden kommen und da der Kohleausstieg lt. Kommission ja bis 2038 beschlossen sei, ist nur bis dahin mit einem Vermischung mit dreckigen Braunkohlestrom zu rechnen.

Die Vertreter der BüfA, die aus Regensburg gekommen waren, griff er direkt an. Gerade dieses Bündnis, das für den Atomausstieg und für Erneuerbare Energie ist, sollte doch hier eine andere Haltung einnehmen.

Dabei sollte es Aumer doch besser wissen. Diese Stromtrasse ist Teil eines in Brüssel privilegierten neuen Europäischen Super-Fernübertragungsnetzes (PCI Projekte: „Projekts of Common Interest”). Der Austausch von Erneuerbaren Energie, aber auch von Kohle und Atomstrom anderer EU-Länder, sollte damit die technische Voraussetzung erhalten, künftig einen Europäischen Stromhandel zu betrieben.

Aumer bekräftige, dass gerade Unternehmen wie Wacker Burghausen auf eine sichere Stromversorgung angewiesen seinen. Auf die Frage aus dem Publikum, ob Wacker Burghausen von den Netzentgelten befreit sei, mit dem diese Stromtrassen finanziert werden, stimme er zu. Als Gegenleistung würde Wacker ja Arbeitsplätze bieten.

Zur Motivation (Rendite) der Tennet

Ein weiter Teilnehmer stellte die Frage nach der gesetzlich zugesicherten Rendite durch die Bundesnetzagentur. Hier nannte Tennet, 6,91% auf das Eigenkapital, was im Saal erneut Unmutbekundigungen zur Folge hatte.

Dabei waren die Herren der Firma Tennet anscheinend nicht im Bilde:

Gegen die von der Bundesnetzagentur geforderte Reduzierung der Rendite von 9,05 % auf 6,91 % wurde vom Netzbetreibern und traditionellen Energieversorgern vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf geklagt und im März 2018 gewonnen. Eine Rendite von 6,91 % sei zu niedrig. Quelle: Link

Alternative, entlang der belasteten A93?

Weshalb die Leitung nicht zusammen mit der A93 geführt werden könne erläuterte Herr Queren, Tennet auf Nachfrage:

Viele der Bürger konnten dies nicht nachvollziehen und akzeptieren dies nicht. Zumal Herr Queren selbst sagte, dass man für jeglichen Verlauf eine technische Lösung finden kann, dies aber die Kosten verändere.

Nachdem Tennet die Detailkarten aufgelegt hatte wurde bestätigt, dass sich im derzeitigen Trassenkoridor auch der Veranstaltungsort selbst, die Waldschänke befinde. Gegen 20:00 Uhr verabschiedete sich Bürgermeister Böhringer mit den Worten, er sei nicht glücklich mit der Trasse, da diese allerdings Gesetz sei, könne dagegen nichts mehr gemacht werden.

Gesundheit und Entschädigung:

Auch nach mehrmalige Nachfrage aus der Bürgerschaft wollte Tennet keinen Mindestabstand in Metern zu Wohnbebauung nennen.

Der Abstand hängt von der magnetischen Wirkung des Kabel ab und diese liegt an der Erdoberfläche um das 10 fache niedriger als der gesetzliche Grenzwert, sagt Queren.

Bezüglich der Entschädigung für die Landwirte nannte Tennet eine Einmalzahlung von 20-30 % des Verkehrswertes. Der Landwirt könne ja auch künftig auf seinem Feld anbauen und bleibt ja auch Eigentümer.

Dennoch räumte Tennet ein, dass die notwendig Grunddienstbarkeit um die 15m breite Stromtrasse verlegen zu können, auch erzwungen werden kann. Auf weitere Nachfrage informierte Tennet, dass sich der Boden an der Oberfläche auch um bis zu 2° C erwärmen könne.

Tennet schätzt Gesamtkosten von 4-5 Mrd. Euro für diese eine Stromtrasse.

Ob diese für die 320 kV-Version gelte, oder für die noch völlig neue 525 kV-Version, welche nur halb so viele Leitungen bräuchte, sagte Herr Queren, dass für beiden Versionen die Kosten hierfür so geschätzt worden wären.

Die Kosten für diese Projekt werden auf die Bürger und Gewerbebetriebe über die sogenannte Netzentgelte beglichen. Ausgenommen hiervon sind stromintensive Betriebe wie beispielsweise eben Wacker Burghausen, die rund 5% des Bay Stromes verbrauchen. Weite Infos vom Bund der Energieverbraucher: Link

Um 21:00, nach 3 Stunden hin und her, beendete Herr Eigl (CSU) die Veranstaltung. Viele Teilnehmer sahen nicht nur Ihre Befürchtungen wenig entkräftet, sondern nahmen zudem Sachinformationen zu weiteren Nachteilen mit nach Hause.

Verfasser: © F. Waldmann, W. Wegmann BüfA Regensburg n.e.V.