Kategorie: Anti Atom

Durchbruch bei AKW Mochovce 3

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Betreibergesellschaft stimmt internationaler Inspektion zu

Umweltinstitut München | GLOBAL 2000 | BUND Naturschutz in Bayern

Gemeinsame Pressemitteilung

Aktuellen Medienberichten zufolge hat die Betreibergesellschaft des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce 3, Slovenské elektrárne, einer Inspektion der Baustelle durch ein Team der internationalen Atomaufsicht IAEO zugestimmt. Damit würde eine der Forderungen des internationalen Bündnisses von Umweltschutzorganisationen erfüllt, die vor gravierenden Baumängeln und dem Risiko eines schweren Atomunfalls bei Inbetriebnahme des Reaktors warnen. Im Vorfeld haben über 260.000 Menschen einen gemeinsamen Appell der Organisationen GLOBAL 2000, Umweltinstitut München und BUND Naturschutz in Bayern unterzeichnet, in dem unter anderem eine solche Inspektion gefordert wird.

„Wir begrüßen als Zwischenerfolg unserer Kampagne, dass es zu einer internationalen Überprüfung der völlig aus dem Ruder gelaufenen Mochovce-3-Baustelle kommen wird“, sagt Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher von GLOBAL 2000. „Jetzt müssen die Regierungen der europäischen Staaten dafür Sorge tragen, dass dies keine reine Alibi-Überprüfung wird: Unabhängige, kritische ExpertInnen müssen Teil dieser Kontrolle werden.“

„Die Atomkraft ist eine energiepolitische, wirtschaftliche und ökologische Sackgasse“, erklärt Dr. Hauke Doerk, Referent für Radioaktivität beim Umweltinstitut München. „Die Inbetriebnahme eines Atomkraftwerks, noch dazu mit völlig veralteter Technik und derartigen Baumängeln, widerspricht jedem gesunden Menschenverstand. Wir erwarten, dass die Zustände auf der Baustelle einer ernsthaften Überprüfung nicht standhalten und dieses sinnlose Projekt damit auf dem Müllhaufen der Geschichte landet.“

“Das ist auch ein Erfolg eines demokratischen Europas mit einer starken Zivilgesellschaft. Denn über eine Viertelmillion Menschen haben sich dank der Initiative mehrerer Umweltorganisationen dem Aufruf angeschlossen und eine internationale Überprüfung erwirkt.”, sagt Martin Geilhufe, Landesbeauftragter BUND Naturschutz in Bayern.

Hintergrund

Das AKW am Standort Mochovce in der Slowakei liegt knapp 400 km von Deutschland entfernt – der explodierte Reaktor 4 im ukrainischen Tschernobyl 1300 km. Der Bau von vier Blöcken sowjetischen Typs WWER 440-213 in Mochovce wurde 1978 in der damals kommunistischen Tschechoslowakei beschlossen und begann 1985. Die ersten beiden Blöcke gingen 1998 und 2000 ans Netz. Die Blöcke 3 und 4 wurden jedoch aus wirtschaftlichen Gründen zunächst nicht fertiggestellt, seit 1993 blieben sie als Bauruine stehen. Im Zuge der Übernahme des slowakischen Energiekonzerns Slovenské elektrárne durch den italienischen Konzern ENEL wurde 2008 der Weiterbau beschlossen.

Mehrere ehemals auf der AKW-Baustelle beschäftigte Ingenieure bezeugen schwerste Mängel bei der Umsetzung des Projekts. GLOBAL 2000 deckte Anfang April durch einen am Projekt beteiligten Baustatik-Ingenieur gravierende Missstände auf der Baustelle auf, so wurden die so genannten „hermetischen Kammern“ rund um den Reaktordruckbehälter für seismische Verstärkungen tausendfach „blind“ angebohrt – die Bohrungen mit einem Durchmesser bis zu zehn Zentimeter und einer Tiefe von einem halben bis zu einem Meter in Stahlbeton-Wände mit einer Stärke von 1,5 Metern könnte möglicherweise in vielen Fällen die Stahl-Armierung des Betons getroffen und die Statik der Wände im Falle von Erdbeben oder Dampfexplosionen bei einem Störfall beeinträchtigt haben.

Die Petition “Stopp Mochovce – Atomruine nicht ans Netz” unterschrieben bislang rund 260.000 Menschen aus Österreich und Deutschland.

Kontakt

Dr. Hauke Doerk
Umweltinstitut München
Referent für Radioaktivität
Tel.: 089 30 77 49 40
hd@umweltinstitut.org

Dr. Reinhard Uhrig
GLOBAL 2000
Atom-Sprecher
Tel.: +43 699 14 2000 18
reinhard.uhrig@global2000.at

Martin Geilhufe
BUND Naturschutz in Bayern
Landesbeauftragter
Tel. 089 54 83 01 11
Mobil: 0172 79 54 607
martin.geilhufe@bund-naturschutz.de

Umweltinstitut München e.V.
Landwehrstr. 64a
80336 München
www.umweltinstitut.org

http://www.umweltinstitut.org/presse/presse-details/aspresse/129/durchbruch-bei-akw-mochovce-3-betreibergesellschaft-stimmt-internationaler-inspektion-zu.html

30 Jahre Baustopp WAA Wackersdorf

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Vor 30 Jahren wurde der Bau der WAA Wackersdorf eingestellt. Nach mehreren Jahren erfolgreichen und hartnäckigen Widerstands hauptsächlich der oberpfälzer Bevölkerung wurde 1989 bekannt gegeben, den Bau der WAA Wackersdorf zum 31.05.1989 einzustellen.

Die WAA Wackersdorf wurde zwar nie realisiert. Aber diejenigen, die die WAA bauen wollten, bescheren uns nun die Ursachen für fortschreitende Umweltzerstörung, ungerechte Vermögensverteilung und rasanten Klimawandel, Deshalb ist weiterhin Engagement für die Zukunft gefordert.

Viele Jugendliche waren vor 30 Jahren ebenfalls aktiv – sozusagen die FridaysForFuture von vor 30 Jahren.

@FridaysForFuture: Macht weiter – lasst euch nicht vom Weg abbringen und rückt nicht von Euren Forderungen ab!

Zwischenlager in Landshut als Dauerzustand?

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Kritikern der Atomenergie ist schon länger klar, dass eine schnelle Lösung eines Endlagers eher ein Wunsch der bisherigen Betreiber ist. Diverse Szenarien besagen, dass frühestens Anfang des kommenden Jahrhunderts ein Endlager zur Verfügung stehen könnte. Bis dahin werden die Zwischenlager an den – hoffentlich bald – ehemaligen Kraftwerksstandorten länger der Lagerung dienen müssen als ursprünglich geplant.

Was sagen die Landshuter dazu? (-> hier ein Beitrag aus „quer“ vom 29.11.2018)

Wissen die Beteiligten, dass noch Castoren aus Sellafield/England auf ihren Transport quer durch Deutschland auf ihre Lagerung in Landshut warten?