Kategorie: Klima

#ausgebaggert am 17.11.2018

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Am Samstag demonstrierten rund 150 Personen mit einer bunten und lauten Aktion für einen raschen Kohleausstieg. Darunter waren viele Aktive der Aktionsplattform Verkehrswende, vom Bündnis für Atomausstieg und erneuerbare Energien (BüfA) sowie von Greenpeace Regensburg. Sie machten auf die unhaltbare Situation aufmerksam, dass in Deutschland riesige Flächen zerstört werden, nur um minderwertige Braunkohle zu gewinnen und zu verfeuern.

Ein großerTraktor mit einem Braunkohleschaufelrad fuhr in Schrittgeschwindigkeit durch die Altstadt und wurde von Aktiven symbolisch wiederholt erfolgreich aufgehalten. Mit ihrer eindringlichen Aktionen fordern sie die Politik dazu auf, den Kohleausstieg zu beschleunigen und den Weg ins Solarzeitalter zu ebnen. Dr. Harald Klimenta von der Aktionsplattform Verkehrswende erklärt hierzu, „Energie- und Verkehrswende hängen zusammen. Wenn wir auf Elektromobilität umsteigen wollen, darf der Strom weder aus Kohle- noch aus Atomkraftwerken kommen. Deshalb unterstützen wir Greenpeace und die BüfA mit ihren Aktionen für einen raschen Kohleausstieg.“

Die Aktiven verfolgten mit ihrer Aktion mehrere Ziele:

So fordert das Regensburger Bündnis für Atomausstieg und erneuerbare Energien (BüfA) einen deutlich beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien vor allem auch in Bayern. Dazu Sprecherin Petra Filbeck: „Die sogenannte ‚10H-Regelung‘ muss weg, die von einem Windrad einen solchen Abstand von jedem Wohnhaus vorschreibt, dass in Bayern die Nutzung von Windenergie praktisch verhindert wird. Da innerhalb der CSU die Windkraftgegner noch immer stark sind, blieb deren fatale Fehlentscheidung von 2014 trotz der Wahlschlappe bestehen und konnte auch von den Freien Wählern nicht rückgängig gemacht werden. Diesbezüglich sind wir enttäuscht und hätten uns in den Koalitionsverhandlungen mehr konkrete Ergebnisse gewünscht.“

Franz Waldmann, ebenfalls Sprecher der BüfA erklärt: „Weil in Bayern der Ausbau ausgebremst wird, sollen jetzt zusätzliche Hochspannungsleitungen vermehrt Kohlestrom aus Sachsen-Anhalt bzw. Sachsen in den Süden bringen. Die Stromtrassen kosten mindestens 40 Mrd. Euro und sind verschwendet, weil wir in Bayern die Energiewende auch selbst stemmen können. Das ginge vor Ort ökologischer und auch demokratischer, etwa mit Bürgerenergiegenossenschaften, in denen die Bürger mitentscheiden und den erzeugten Strom selbst nutzen können.“

Armin Schmid (BüfA) demonstriert gegen den nun drohenden Einbruch in der Solarbranche aufgrund der mit dem Energiesammelgesetz plötzlich angekündigten Kürzung der Vergütung für Solarstrom zum Jahresende. „Photovoltaik-Großanlagen auf Dächern sind schon nicht wirtschaftlich, weswegen vor allem auf Ackerflächen gebaut wird. Nun soll sogar der Bau mittelgroßer Solaranlagen auf Dächern erschwert werden? Es reicht! Klimaschutz ist kein nice to have, sondern muss schnell und umfassend erfolgen! Wir schämen uns für die Bundesregierung.“

Die Klimaziele dürfen nicht scheitern, weshalb der Kohleausstieg bis zum Jahr 2030 weitgehend abgeschlossen sein muss. Der frisch gebackene Landwirt Michael Schaufler sagt hierzu: „Nicht nur der Hitzesommer belegt erneut, wie wichtig dieser Schritt für die Zukunft gerade unserer jungen Generation ist. Ich erlebe die zukünftigen Probleme schon heute in der täglichen Praxis.“

Wolfgang Wegmann ergänzt: „Photovoltaik und insbesondere Windenergie sind in der Zwischenzeit technisch so ausgereift, dass die Kosten der Energiewende durchaus zu schultern sind, vor allem wenn die Regierung auch für ein bischen mehr soziale Gerechtigkeit sorgen könnten, indem sie Steuerschlupflöcher schließen und Digitalkonzerne angemessen besteuern würden.“

In dem Zusammenhang weisen wir auf die bundesweiten Großdemonstrationen „Kohle stoppen“ in Berlin und Köln am 1. Dezember hin. Die BüfA organisiert für interessierte Bürger die Möglichkeit, mit dem Bus zu diesen Aktionen zu fahren, nähere Infos finden sich auf dieser Webseite oben.

Mehr Infos: https://www.buefa-regensburg.de/

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22.09.2018: Zweite Fahrrad-Demo der Aktionsplattform Verkehrswende

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An die 500 Radfahrer*innen waren dem Aufruf der Aktionsplattform Verkehrswende am Samstag gefolgt und traten für mehr Zweiradsicherheit und breitere Fahrradwege in die Pedale. Startpunkt der Demo war der Regensburger Hauptbahnhof. Der anschließende Fahrradkorso zog über die Nibelungenbrücke zur Kreuzung am DEZ, einem der gefährlichsten Verkehrspunkte Regensburgs. Dort besetzten die Radler*innen, in Abstimmung mit der Polizei, friedlich die Kreuzung und hielten eine Schweigeminute für den im letzten Jahr an dieser Stelle tödlich verunglückten Radfahrer.

Anschließend zogen die Teilnehmer*innen der Fahrraddemo eine Schleife um die Altstadt bis vor den Regensburger Dom zur gemeinsamen Abschlusskundgebung. Mehrere Redner*innen vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC), Verkehrsclub Deutschland (VCD), Bund Naturschutz (BN), den Grünen, dem Bündnis für Atomausstieg und erneuerbare Energien (BüfA n.e.V.) und der GRÜNEN JUGEND, mahnten im Ramen der Demo grundsätzliche Verbesserungen in der Verkehrsplanung für den Radverkehr an. Es sind immer noch viele Lücken in wichtigen Radwegeverbindungen in Stadt und Landkreis nicht geschlossen, die Zweiradsicherheit an Kreuzungen nicht gewährleistet und allgemein viel zu wenig Platz für Fahradfahrer*innen im Straßenverkehr.

Wolfgang Wegmann (Sprecher der BüfA n.e.V., im Bild unten links) lobte die Teilnehmer der Demonstration für ihre demokratische Zivilcourage und erinnerte dabei an die Umweltschützer im Hambacher Forst.

 „Respekt und der Wille sich zu verbessern, darum geht es! Hier und jetzt in Hambach.

Radverkehr statt Abgase durch Treibstoff oder Kohlestrom!.Auch der Papst spricht mit seiner Lautaro Si zu den Christen, dass Menschen, welche sich für den Umweltschutz engagieren, hohen Respekt verdienen.

Das gilt auch für die UmweltschützerInnen, welche die Bäume des Hambacher Forst mit ihrem Körper schützen. Respektiert diese Leute und lasst uns unsere Energie erneuerbar verbessern.“

Die Aktionsplattform Verkehrswende sieht die Stadtpolitik und –verwaltung nach wie vor gefordert, die Lücken im Radwegenetz zügig zu schließen und konsequent sicherere Straßenbedingungen für Fahrradfahrer*innen zu schaffen. Sie nehmen jedoch auch die Bayerische Staatsregierung in die Verantwortung. Diese hat sich im Radverkehrsprogramm Bayern 2025 das Ziel gesetzt, den Radverkehrsanteil bayernweit auf 20% zu steigern, überlässt die Umsetzung allein den Kommunen vor Ort. Deshalb fordert die Aktionsplattform Verkehrswende gemeinsam mit anderen Verkehrsverbänden ein Rad-Gesetz, dass dieses Ziel gesetzlich in Bayern verankert.