STOP TTIP Trauerrede am Grabe der Erneuerbaren Energien

(verfasst anlässlich des STOP TTIP-Aktionstages am 26.09.2015 in Regensburg, wo symbolisch die Demokratie, die Natur und die Erneuerbaren Energien zu Grabe getragen wurden)

Liebe versammelte Trauergäste, liebe Angehörige, liebe Freunde der Erneuerbaren Energien!

Wir haben uns heute und hier versammelt, um Abschied zu nehmen von etwas einzigartigem und etwas unersetzbarem. Die Erneuerbaren Energien haben schon bessere Tage gesehen, aber es gab immer wieder Hoffnung auf Gesundung. Umso überraschter war ich, als ich vom plötzlichen Ableben der geliebten EE erfuhr.

Lassen Sie mich berichten, wie ich die Erneuerbaren Energien in Ihren Jahren erleben durfte.

Nach vielen Jahren des Raubbaus mit Kohlekraftwerken und Kernkraftwerken ohne Ende besannen sich die  Menschen 1992 in Rio, unseren Planeten für nachfolgende Generationen lebenswert zu erhalten.  Die  Erneuerbaren Energien sollten dafür der richtige Weg sein. Die Großkonzerne erkannten dies nicht und so nahmen wir, die Bürger, diese Sache selbst in die Hand und errichteten Fotovoltaikanlagen auf unseren Dächern und errichteten Windkraftanlagen. So erreichten wir, dass heute ein großer Teil unserer Energie aus Erneuerbaren Energien produziert wird. Die Natur freute sich, denn der Ausstoß von CO2 reduzierte sich und die Menschen lebten ohne Feinstaub gesünder. Doch wir waren noch nicht am Ziel, denn immer noch liefen Kraftwerke, die unsere Luft verschmutzen und radioaktiven Müll produzieren, womit wir nicht wissen wohin damit. Durch den Atomausstieg wurden aber in Deutschland die ersten richtigen Zeichen gesetzt.

Nicht alle waren damit zufrieden, denn die Gewinne der großen Energieversorger sanken.

Doch plötzlich begab sich folgendes:

Lobbyisten in Übersee und Europa schlugen vor, gemeinsam Handel zu betreiben und dies ohne Schranken und Zölle. Beide Seiten sollten durch dieses Abkommen gewinnen. Die Erneuerbaren Energien  sollten nicht betroffen sein. Im Gegenteil - auch die Erneuerbaren Energien sollten im wirtschaftlichen Sinne profitieren. Es gab viele kritische und ablehnende Kräfte, die diesem Abkommen nicht trauten und versuchten, das Abkommen mit dem Namen TTIP zu verhindern. Durch Ausschalten der Demokratie wurde aber das Abkommen dann doch abgeschlossen. und Weltkonzerne konnten ohne Rücksicht auf Mensch und die Erneuerbaren Energien handeln. Und von Jahr zu Jahr wurden die Möglichkeiten, selbst Teil der Energiewende zu sein, eingeschränkt. Eigenerzeugung wurde besteuert. Energiegenossenschaften konnten durch rechtliche Vorgaben nicht mehr sinnvoll arbeiten. Der Windkraft wurde auch durch politische Ränkespiele der Wind aus den Rotoren genommen. Elektroautos wurden nicht gefördert.  Braunkohleabbau ging weiter und Fracking wurden erlaubt. Großkonzerne erhielten noch mehr Erleichterungen - zu Lasten der privaten Endverbraucher.

Jetzt erst wurde  uns Menschen klar, was wir mit den Erneuerbaren Energien, der Energiewende von unten – verloren haben.

Nehmen wir ein letztes Mal  Abschied von den Erneuerbaren Energien. Nehmen wir Abschied von der Energiewende von unten.